Astrofotografie mit nachgeführter DSLR (Basics) - Wahl eines Motivs

Wahl des Motivs

Je nach Jahreszeit bieten sich unterschiedliche Motive an, um die ersten Erfahrungen zu sammeln.

Im Frühjahr ist es schwierig recht helle und große Objekte zu finden, denn das Frühjahr ist Galaxiensaison, also viel Brennweite und sehr lange Belichtungszeiten, demnach nicht unbedingt das, was man sich als Einsteiger wünscht. Eine Möglichkeit für Teleobjektive ab 300mm Brennweite oder besser kleine APOs mit 500mm Brennweite wären die Praesepe (Messier 44), ein offener Sternhaufen im Sternbild Krebs, der noch recht hoch steht.

Im Sommer gibt es eine Menge großer Ha-Regionen, wie z.B. den Nordamerikanebel (NGC7000) im Sternbild Schwan. Allerdings wird das mit einer nicht modifizierten Kamera schon recht anspruchsvoll den Nebel einzufangen, da die meisten Serien-DSLR nahezu rotblind sind. Im Sternbild Schwan gibt es allerdings mehrere Nebel, so dass man auch mit einem sehr leichten Tele (85mm oder sogar noch kürzer) schöne Widefields dieser Region der Milchstraße machen kann.

Je geringer die Brennweite ist, desto länger könnt ihr ohne weiteres technisches Zubehör fotografieren. Mit 24mm könnt ihr mehrere Minuten belichten, ohne dass die Sterne zu Eiern werden!  Da kommt dann auch von den Ha-Nebeln was auf den Sensor. Alternativ bieten sich die Kugelsternhaufen Messier 13 und Messier 92 an, die selbst bei geringer Brennweite schon als nebelige Flecken zu erkennen sind. Je höher die Brennweite und je größer die Öffnung, desto weiter lassen sich diese beiden hellen Kugelsternhaufen in Einzelsterne auflösen.

Im Herbst wäre die Andromeda Galaxie (Messier 31) ein recht großes und helles Objekt, das sich auch mit einem Teleobjektiv mit 200-300mm gut einfangen lässt. Aber auch mit einem APO mit ca. 500mm Brennweite passt die Galaxie noch ganz auf den Sensor einer APS-C-Kamera.

Im Winter sind die Plejaden (Messier 45) und der große Orion-Nebel (Messier 42) gut für den Einstieg geeignet. Die Plejaden meiner Meinung nach sogar eher als der Orionnebel, denn zum einen hat der Orionnebel einen sehr großen Kontrastumfang, der nur mit Belichtungsreihen in den Griff zu bekommen ist und zum anderen bekommt man die schwächeren Außenbereiche nur mit einer astromodifizierten Kamera und recht langen Belichtungszeiten eingefangen. Da die Plejaden von Reflexionsnebeln umgeben sind, die überwiegend „blau“ leuchten, habt ihr das Problem der nicht-modifizierten Kamera nicht und auch der Dynamikumfang ist gut beherrschbar, außerdem stehen die Plejaden höher am Himmel, so dass ihr weniger mit Lichtsmog zu kämpfen habt.

Übersicht beliebter Motive mit Ausdehnung am Himmel und der draus resultierenden Brennweite bezogen auf einen Canon APS-C-Sensor!

 

  Längsachse/Durchmesser Querachse empf. Brennweite Bildwinkel Breite Bildwinkel Höhe
Sommerdreieck (Schwan, Leier und Adler) 60° 45° 15mm 73°,0 52°,5
Sternbild Großer Wagen 30° 13° 35mm 35°,2 23°,9
Sternbild Orion (Hauptfigur) 22° 12° 50mm 25°,0 16°,8
Sternbild Leier 100mm 12°,7 8°,5
Andromeda Galaxie 400mm 6°,4 4°,2
Orion-Nebel, Plejaden 1°,5 500mm 2°,5 1°,7
Sonne, Vollmond ca. 0°,5 - 1.000mm 1°,3 0°,8