Das erste Teleskop - Auf den Spuren großer Astronomen

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Auf den Spuren der großen Astronomen (mit dem Auge am Okular):

Wir befinden uns heute (2017) in der glücklichen Lage, dass Teleskope, die zu Zeiten Charles Messiers nur wissenschaftlichen Akademien und extrem reichen Personen zugänglich waren, für nahezu jeden erschwinglich oder zumindest zugänglich sind. Volkssternwarten, Vereine und Astrostammtische freuen sich über jedes neue Gesicht und ermöglichen meist auch den Blick durch die vorhandenen Instrumente. Wenn man sich dennoch sofort etwas Eigenes kaufen möchte, lautet die Empfehlung meist, einen 8“ Dobson zu kaufen, neben der Grundausstattung (Sternkarte, Atlas, Deepsky Reiseführer usw.). Mit einem 8“ Dobson lassen sich der komplette Messier-Katalog und viele andere Objekte darüber hinaus beobachten, solange der Himmel es zulässt. Auch Mond und Planeten sind lohnende Objekte, nur sobald ihr einen Gedanken an die Fotografie verschwendet, seid ihr mit dem Dobson schnell am Ende.

Aber warum genau empfiehlt sich der 8“ Dobson? Ein Spiegelteleskop ist die günstigste Art und Weise eine große Öffnung bei guter Abbildungsleistung zu realisieren. Die Öffnung ist die maßgebliche Größe für das Lichtsammelvermögen und die Auflösung eines Teleskops, also je größer die Öffnung desto mehr Licht fällt ein und je feiner kann das Gesehene aufgelöst werden. Beim bloßen Auge öffnet sich die Pupille wenige Millimeter (ca. 6-7mm) und man kann so gerade die hellsten Sterne am Himmel erkennen, Doppelsterne erscheinen wie ein heller Stern und z.B. die Andromeda Galaxie ist ein matschiger kaum wahrnehmbarer Fleck, oder doch nur ein Wölkchen…?

Mit 8“ Öffnung oder umgerechnet ca. 200mm, sind schon 3.000 mal schwächere Objekte visuell erreichbar. Die Andromeda Galaxie zeigt ihre Spiralstruktur und auf dem Jupiter sind die Wolkenbänder und der große Rote Fleck erkennbar und Doppelsterne erscheinen auch als 2 sehr nah beieinanderliegende Sterne. Günstigere Linsenteleskope auf einer parallaktischen Montierung haben meist einen deutlichen Farbfehler und darüber hinaus auch eine deutlich kleinere Öffnung, so dass auch weniger sichtbar ist. Meist ist auch gerade bei den günstigeren Modellen die parallaktische Montierung nicht ausreichend stabil, so dass das Teleskop wackelt wie ein Lämmerschwanz. Bei einem Dobson ist das Newton-Teleskop auf eine massive Holzbox (Rockerbox) montiert und kann durch Drehen und Neigen auf das gewünschte Himmelsareal geschwenkt werden. Stabil und intuitiv!

Zwar kann man seinen Dobson auf eine Äquatorial-Plattform (nicht verwechseln mit einer parallaktischen Montierung) stellen und damit dann z.B. die hellsten Objekte am Nachthimmel wie z.B. Mond oder Planeten mit einer Webcam/Planetencam aufnehmen, aber Langzeitbelichtungen wie für Galaxien, Ha-Nebel, usw. notwendig, sind auch damit nicht machbar.

Dennoch kann ein solcher Dobson ein Freund fürs Leben sein. Nicht wenige Astrofotografen besitzen neben dem Foto-Equipment einen Dobson um während der Aufnahmedauer nicht zum Nichtstun verdammt zu sein. Je nach pers. Vorlieben solltet ihr dann bei einem Gebrauchtkauf 400€ bzw. bei Neukauf und dem ein oder anderen guten Okular bis zu 750€ einplanen.