Die Himmelskugel

Die Himmelskugel ist die Grundlage für die Orientierung am nächtlichen Himmel und beruht auf dem Prinzip der Einheitskugel, so dass für Objekte am Himmel 2-Dimensionale Koordinaten bestimmt werden können. Aber wie funktioniert das Ganze?

 

Zunächst gehen wir davon aus, dass WIR das Zentrum des Universums sind und sich alles nur um uns dreht. Ausgehend davon befinden sich der Zenit senkrecht über uns und der Nadir genau unter uns. Wenn wir uns dann einmal um uns selbst drehen (diese Ebene ist in der Grafik rot eingezeichnet), haben wir einmal entlang des Horizonts geschaut, mit den 4 Himmelsrichtungen Nord, Ost, Süd und West.

Der Meridian (in grün) ist eine gedachte Linie, die vom Nordpol senkrecht über uns durch den Zenit bis zum Südpol verläuft. Für uns weniger relevant (da nicht sichtbar) ist der weitere Verlauf vom Südpol senkrecht unter uns durch den Nadir zurück zum Nordpol. Falls ihr euch das nur schwer vorstellen könnt, dann lässt sich diese gedachte Linie recht einfach mit einem parallaktisch montierten Teleskop nachfahren. Richtet dazu einfach die Gegengewichtstange absolut waagerecht (Gegengewichte auf der einen Seite, Teleskop auf der anderen Seite des Polblocks) aus, dabei spielt es keine Rolle ob sich das Teleskop auf der Ost- oder Westseite befindet und schwenkt anschließend das Teleskop auf den nördlichen Horizont. Wenn ihr das Teleskop nun um die Deklinationsachse nach Süden schwenkt, fahrt ihr genau den Verlauf des Meridians ab.

Dort wo die Rotationsachse der Erde die gedachte Linie des Meridians schneidet, befinden sich Himmelsnordpol (dort befindet sich scheinbar der Polarstern) und -südpol.

Der Himmelsäquator (blau) definiert eine Ebene, die senkrecht zur Rotationsachse der Erde steht und auch dieser lässt sich zur Veranschaulichung sehr einfach mit einem parallaktisch montierten Teleskop "abfahren". Bringt das Teleskop in die gleiche Position, wie unten in der Grafik dargestellt. Die Gegengewichtstange zeigt exakt nach Norden und das Teleskop mit Blickrichtung Osten. Wenn ihr das Teleskop nun um die Rektaszensionssachse (Stundenachse) nach Westen schwenken würdet, fahrt ihr genau den Verlauf des Meridians ab. ACHTUNG: Wenn ihr achtlos durch den Meridian schwenkt, wird Euer Teleskop früher oder später am Stativ/Säule anschlagen, daher unbedingt den Meridianflip durchführen! Ihr könnt den Himmelsäquator also nur in 2 Etappen abfahren, von Ost bis Süd (Meridian) und dann von Süd bis West nach dem Meridianflip.

 

 

Noch etwas Grundsätzliches zu Höhenangaben: Wenn ihr auf 50° geografischer Breite wohnt (z.B. in der Mainzer Innenstadt), dann beträgt auch die Polhöhe an Eurer Montierung 50° und der Polarstern steht 50° über dem Horizont. Der Himmelsäquator schneidet den Meridian dann bei 40° über dem Südhorizont. Der Horizont ist dabei aber nicht euer tatsächlicher Horizont, der durch Bebauung, Berge, Wälder usw. eventuell über dem hier gemeinten theor. Horizont liegen kann, sondern die rote Linie ist gemeint.

Ich wünsche Euch viel Erfolg und klare Nächte!

 

Fragen oder Anregungen? Schickt mir ne Mail, ich würde mich freuen!