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Aktuell nutze ich für die meisten meiner Bilder eine Skywatcher AZ-EQ6 GT zusammen mit einem Meade LX200 8" ACF. Je nach Größe des Objekts am liebsten mit einem CCDT67-Reducer von AstroPhysics, der die Brennweite auf ca. 1.350mm reduziert und damit auch das Öffnungsverhältnis mit f/6.7 deutlich "fotofreundlicher" gestaltet. Falls die Brennweite zu groß sein sollte, kommt ein Meade 80mm ED APO Refraktor der Serie 6000 mit 2" Flattener von TS zu Einsatz. Der ED APO hat ein Öffnungsverhältnis von f/6 und eine Brennweite von 480mm.

Um die Nachführung der Montierung zu kontrollieren ist ein Skywatcher 80/400 Refraktor mit einer Alccd5.2 parallel zur Aufnahmeoptik montiert (keine Leitrohrschellen). Die Kontrolle übernimmt dann softwareseitig lin_guider auf einem Raspberry Pi 3 (wie auch in der Bastelecke beschrieben). Bei guter Durchsicht reichen Sterne mit einer Helligkeit von lediglich 10 mag aus um die Nachführung zu kontrollieren. Nach einigen Tests mit PHD²/PHD zusammen mit APT und Cartes du Ciel um neben dem Luxus einer Planetariumssoftware auch vollautomatische Blichtungsreihen inkl. Dithering aufnehmen zu können, haben sich folgende Versionen als optimal herausgestellt:

Guiding: PHD² Version 2.6.0

Belichtungssteuerung/Dithering: APT - Astro Photography Tool 3.12

Montierungssteuerung: EQMOD (EQASCOM_V129a)

Planetariumssoftware: Cartes du Ciel 3.10

PC mit Windows 7 (64bit, 8GB RAM) und ASCOM Platform 6.2

Alccd5.2 ASCOM-Treiber qhy6ascom-starsensesci-v20

Handbox der Montierung (V3 Handcontroller) Softwareversion 3.37 und Motorcontroller Firmware 2.11.

Bei dieser Hard-/Software Kombination gibt es ein paar Stolpersteine, so dass scheinbar auch die verschiedenen Softwareversionen passen müssen, sonst kann es zu Ausreißern im Guidinggraph kommen die sich nicht wirklich erklären lassen, also achtet darauf, welche Version ihr herunterladet und installiert!

 

Bis ich bei genau diesem Setup gelandet bin, habe ich natürlich das ein oder andere probiert und meine Erfahrungen gesammelt. Hier die wichtigsten Geräte:

 


Kamera Canon EOS 600D(a):

Die Kamera zur eigentlichen Bildgewinnung ist eine Canon EOS 600D. Für eine DSLR recht klein, leicht und mit einem Klappdisplay ausgestattet! Da die meisten DSLRs für die "roten" Emissionsnebel nahezu blind sind, habe ich die Kamera modifizieren lassen (Tiefpassfilter entfernen), so dass die Empfindlichkeit für die H-Alpha-Nebel deutlich erhöht wird.

Wurde mir leider gestohlen! Mein aktuelles Arbeitstier ist eine Nikon D750 im Serienzustand.

 


Kamera Astrolumina Alccd5.2 (QHY6):

Die QHY6 ist eine CCD Kamera die sich in erster Linie durch ihre Empfindlichkeit und großen Pixel auszeichnet. Mit den 6,5µm x 6,25µm großen Pixeln ist das auffinden eines Leitsterns überhaupt kein Problem, selbst bei 1-2s Belichtungszeit finden sich in PHD² meist mehrere geeignete Leitsterne. Mit dem eingebauten ST-4 Port lassen sich dann auch die meisten gängigen Montierungen autoguiden, ohne dass man den Umweg über eine serielle Verbindung vom Computer zur Montierung gehen muss.

 


Kamera ZWO ASI120MC-S:

Die Kamera habe ich mir primär für die "Videografie" von Mond/Planeten/Sonnenflecken gekauft. Netter Bonus, die Kamera funktioniert auch mit dem lin_guider, so dass sie bei meinem mobilen Equipment als Autoguider zum Einsatz kommt (ST-4 Port ist an der Kamera vorhanden) und nebenbei lässt sie sich auch mit dem mitgelieferten 2,1mm-Objektiv als All-Sky-Kamera verwenden. Alles in Allem also eine recht vielseitige Kamera...

 


Montierung Bresser MON-1:

Eine Montierung die ich zusammen mit meinem ersten Teleskop gekauft habe. Die Montierung hat eine Tragfähigkeit von ca. 7kg, so dass der 130/1000 Newton zwar nicht zum Zusammenbruch der Montierung führte, aber das Ausschwingen nach einer Berührung des Teleskops (z.B. zum Nachfokussieren) schon recht lange gedauert hat. Die Montierung hatte auch keinerlei Motoren, so dass die Objekte von Hand nachgeführt werden mussten.  Für die ersten Schritte in der Astronomie und als Ersatz für meine Xbox 360 zwar kein schlechter Deal, aber da meine Reise dann doch in Richtung Astrofotografie gehen sollte, musste auch diese Montierung wieder gehen.

Aber um das noch einmal deutlich zu sagen, geht nicht, gibt´s nicht! Mit dieser Montierung habe ich mein erstes Mondfoto gemacht (bei 1.000mm Brennweite an einer APS-C-DSLR). Darüber hinaus auch mein erstes Foto vom Nordamerikanebel bei 200mm Brennweite. Dazu war die Kamera Piggy-Back auf dem 130er Newton montiert, und die Nachführung habe ich dann händisch mit einem Auge am Fadenkreuzokular gemacht. Kein echter Spass aber es ging (irgendwie). Mit einem nachgerüsteten Motor an der Rektazensionsache wurde es zwar etwas entspannter länger zu belichten, aber auf Dauer keine echte Lösung.

 


Montierung Meade LXD-75:

Eine Montierung mit Motoren an beiden Achsen, Goto und einer Tragfähigkeit von gut 10kg (fotografisch also ca. 6,5kg). Nach meiner ersten Montierung ohne Polsucher ein echter Komfortgewinn. Das Einnorden ging deutlich schneller und exakter und wenn man sich auf 30s Belichtungszeit beschränkt hat, musst man auch nicht mit einem Fadenkreuzokular die Nachführung kontrollieren. Mit einem kleinen 80er ED APO gut fotografisch nutzbar, aber bei mehr Gewicht fehlt dann doch die Stabilität einer größeren/schwereren Montierung. Die Goto-Funktion ist ebenfalls ein deutlicher Komfortgewinn gewesen, allerdings nutzt sie auch nur demjenigen, der sich ohnehin am Nachthimmel orientieren kann, denn man muss die Sterne, die für das Alignment nötig sind, schon kennen! Schlussendlich wurde aber auch diese Montierung durch eine Größere ersetzt.

 


Montierung Skywatcher AZ-EQ6 GT

Mein aktuelles Arbeitstier… 20kg Tragfähigkeit im parallaktischen Betrieb, d.h. mein 8“ ACF zusammen mit 80/400er Leitrohr, Kameras, Taukappenheizungen usw. stellen die Montierung vor keine ernsthaften Probleme, dazu die Möglichkeit mein EOS 600D(a) auszulösen (eingebaute Timerfunktion in der Montierung). Dank Encodern an beiden Achsen und Rutschkupplungen, lässt sich die Montierung auch nach erfolgten Alignment schnell händisch bewegen, ohne dabei das Alignment zu verlieren.

Wenn mir jemand zu der Zeit, als ich meine ersten Gehversuche mit dem 130er Newton auf MON-1 machte, gesagt hätte, dass ich eine Montierung in der 20kg-Klasse benötige, hätte ich ihm vermutlich einen Vogel gezeigt. Wenn man in die Astrofotografie einsteigt, sind 10kg schwere Teleskope die direkte Vorstufe zur Sternwarte und Brennweiten von mehr als einem Meter für die meisten DSLR-Fotografen fast schon Utopie, aber so abwegig ist das nicht!

4- 5“ ED APOs, 6-10“ Newtons, 8-10“ SCs/RCs, sind Instrumente, über die die meisten Hobbyastronomen nicht nur nachdenken, oder davon träumen, sondern früher oder später auch besitzen und damit beobachten/fotografieren und dann auch eine Montierung dieser Größenordnung kaufen.

Wenn ihr also in den verschiedenen Fachforen den Ratschlag bekommt: "kauft die größte und schwerste Montierung, die ihr euch leisten könnt und schleppen wollt!", dann ist das nicht von ungefähr!

Hier ein Bild der AZ-EQ6 unter meinem 8" ACF mit 80er Leitrohr:

 


(Reise-)Montierung Skywatcher Star Adventurer

Ein absolutes Leichtgewicht unter den Montierungen und der perfekte Reisebegleiter. Neben dem eingebauten Timerauslöser mit Anschlusskabel für Canon DSLRs und der Möglichkeit die Montierung direkt auf einem Handelsüblichen Fotostativ zu montieren lässt sich die Nachführung mit 4 Stück AA-Akkus über mehrere Nächte betreiben.

Neben der Eignung als Reisemontierung ist die Star Adventurer auch eine gute Wahl um in die Astrofotografie mit nachgeführter Kamera einzusteigen. Die kleine Montierung ist recht preiswert, und trägt die gängigsten DSLRs mit Tele ohne Probleme. Hier ein Bild der Star Adventurer mit meiner EOS 600D(a) und einem 85/1.4 von Sigma.

Die Kleine habe ich schweren Herzens 2016 verkauft, da ich für mein Langzeitprojekt, den Messier-Katalog komplett zu fotografieren, eine Montierung brauche, die sich in beiden Achsen guiden lässt und auch einen kleinen APO samt Leitrohr und Autoguider stabil trägt.

Ersetzt wurde die Star Adventurer durch eine Bresser Messier EXOS-2 GoTo Montierung mit Stratracker.

 


Montierung Bresser Messier EXOS-2 GoTo Montierung mit Stratracker

Eine Montierung mit Motoren an beiden Achsen, Goto und einer Tragfähigkeit von ca. 13kg (fotografisch also gut 8kg). Obwohl die EXOS-2 augenscheinlich sehr eng mit der LXD-75 "verwandt" ist, wurden doch ein paar Dinge geändert, die der EXOS-2 einen ruhigeren Lauf und auch eine höhere Belastbarkeit verleihen. Zum einen wurden die Achslager durch Radialrillenlager ersetzt und auch die Schneckenwellen sind bei der EXOS-2 kugelgelagert, im Gegensatz zur LXD-75.

Mit einem kleinen 80er ED APO mit Autoguider und allem was dazu gehört gut fotografisch nutzbar, würde ich der EXOS-2 aber auch nicht viel mehr Gewicht zumuten wollen (ein 6" f/5 Newton wird auch noch gehen), denn es fehlt dann doch die Stabilität einer größeren/schwereren Montierung. Die Steuerung ist etwas gewöhnungsbedürftig und nutzt auch nur demjenigen, der sich ohnehin am Nachthimmel orientieren kann, denn man muss die Sterne, die für das Alignment nötig sind, schon kennen! Beim Einsatz von normalen Objektiven nutze ich die GoTo-Funktion nie, denn mit ein wenig Starhopping im Display der Kamera bin ich meist genau so schnell, als würde ich erst ein Alignment machen und dann zum Motiv schwenken, zumal die Motoren bei einem Schwenk auch recht laut sind (ok ich bin von der AZ-EQ6 verwöhnt, die selbst große Lasten mit einem angenehmen Surren verschwenkt). Mobil wird das ganze dann - wie auf dem Bild unten zu erkennen - von meinem selbst gebauten Powertank mit Strom versorgt.

Eine Sache möchte ich euch ebenfalls nicht vorenthalten. Derzeit ist es nicht möglich die Startracker-Handbox mit einem PC zu verbinden. Also der Einsatz von Planetariumsprogrammen zu Steuerung ist ebensowenig möglich wie ein Autoguiding per Webcam ohne ST4-Port. Diesen Autoguiderport (ST4) hat die EXOS-2 hingegen, so dass sich die Montierung mit einer entsprechenden Kamera auch guiden lässt!

Auf dem Bild seht ihr meinen Meade APO mit EOS 600D(a) auf der EXOS-2. Das Foto entstant bei der Mondfinsternis im Juli 2018:

 


Newton-Teleskop Bresser Messier N130/1000

Mein erstes eigenes Teleskop! Ein absolut solides Instrument zur visuellen Beobachtung, gerade am Mond und den Planeten. Aufgrund des entspannten Öffnungsverhältnisses auch unkritisch bez. der Okularwahl, aber in Sachen Fotografie nicht wirklich das Gelbe vom Ei, daher auch wieder verkauft.

 


Newton-Teleskop Meade LXD-75 6'' (150/750)

Zusammen mit der LXD-75 Montierung meine zweite Anschaffung. Mit einem 6“ Newton sind schon ne Menge Astrofotos gemacht worden und Brennweite und Gewicht erschienen mir beherrschbar. Der Tubus ist sehr solide, wie auch die 3-armige Fangspiegelspinne. Was beim Tubus ein Vorteil, war aufgrund der unschönen Spikes, die durch die Fangspiegelspinne verursacht werden, ein riesen Nachteil. Ein weiterer Nachteil ist der Okularauszug, der keinen Feintrieb hat. Trotz dieser Schwächen habe ich den Newton nicht verkauft, sondern er wartet auf eine neue Fangspiegelspinne und einen neuen Okularauszug, nachdem ich den Tubus mit Velours ausgekleidet habe, sollte das eigentlich auch ein recht interessantes Teleskop zur Fotografie sein. Auf der LXD-75 aber fotografisch schon grenzwertig, denn der ungünstige Hebel des Newtons auf die Montierung macht die Nachführung alles andere als einfach.

 


komafreies Schmitdt-Cassegrain-Teleskop Meade LX200 8'' ACF

Für mich persönlich DAS Teleskop, trotz seiner Schwächen!

Die größte Schwäche eines Schmidt-Cassegrain-Teleskops ist die lange Anpassungszeit an die Umgebungstemperatur. Ist man diesbezüglich zu ungeduldig schlägt das Tubusseeing unerbittlich zu und man bekommt kein sonderlich scharfes Bild. Ein weiterer Schwachpunkt ist die Schmidtplatte selbst, die schon mal gern zutaut und dann ein weiteres Beobachten/Fotografieren unmöglich macht.

Für den visuellen Beobachter ist die hohe Obstruktion ebenfalls von Nachteil, da die hohe Abschattung durch den Fangspiegel auch einen deutlichen Kontrastverlust bedeutet. Bleibt noch das Öffnungsverhältnis von f/10 zu nennen, das für die Fotografie eigentlich ein Nogo ist.

Warum ist es dennoch DAS Teleskop für mich? Die lange Auskühlzeit ist für mich recht unerheblich, da ich vorwiegend im heimischen Garten fotografiere/beobachte und das Teleskop dann einfach rechtzeitig nach draußen bringe. Das Zutauen der Schmidtplatte lässt sich mit einer kleinen Taukappenheizung zuverlässig verhindern und eine solche Heizung ist selbst bei Refraktoren und Newtons mehr oder minder von Nöten. Bleiben noch die hohe Obstruktion und das langsame Öffnungsverhältnis. Der Kontrastverlust lässt sich per EBV gut kompensieren und mit einem Reducer lässt sich die Brennweite verringern und damit auch das Öffnungsverhältnis beschleunigen. Damit wären wir auch schon bei den Stärken des ACF. Es ist frei von Farbfehlern und hat ein ebenes Bildfeld, also eine sehr hohe Abbildungsqualität, darüber hinaus  zeigt es keine Beugungserscheinungen (Spikes) wie ein Newton und ist deutlich kompakter/leichter. Speziell das 8“ ACF von Meade hat eine weitere Stärke in Form der Hauptspiegelklemmung. Durch diese Klemmung ist in Verbindung mit einem Okularauszug zum einen das feinfühlige Fokussieren möglich und zum anderen tritt bei langen Belichtungszeiten kein Spiegelshifting auf, was den Einsatz eines Leitrohres für den Autoguider ermöglicht.

Hier das 8" ACF auf meinem "Arbeitstier", der AZ-EQ6:

 


ED APO Refraktor Meade 80mm ED APO Serie 6000

Ich denke zu diesem Gerät muss ich nicht viel schreiben… Es ist klein, relativ leicht und hat eine moderate Brennweite (480mm), so dass auch die größeren Objekte wie M31, M42, M54, … gut ins Bildfeld passen, eine perfekte Ergänzung zum 8“ ACF. Wie bei den meisten ED APOs auch, sollte man auch bei diesem einen Flattener verwenden, der die Sternabbildung zum Rand größerer Sensoren hin korrigiert.

Auf dem Bild seht ihr den kleinen APO mit meiner EOS 600D(a) auf meiner EXOS-2, so auch bei der Mondfinsternis im Juli 2018 eingesetzt:

Nebenbei, die Energieversorgung wird von meinem selbst gebauten Powertank gewährleistet.

 


Kamera Nikon D750:

Nachdem mir meine Canon EOS 600D(a) gestohlen wurde, musste/durfte ich mir Gedanken machen, wie ich denn wohl meine astrofotografische Zukunft aussehen soll... Nach reiflicher Überlegung für oder wider DSLR / Mono-CCD bin ich dann wieder bei der DSLR gelandet, allerdings sollte ein Kleinbildsensor verbaut sein und die Pixel deutlich größer als vorher. Die Nikon D750 hat sich dann gegen die Canon EOS 6Dii durchgesetzt, da der Sensor - rein technisch betrachtet - die Nase leicht vorn hat.

Ein paar Fakten zur D750:

  • KB-Sensor mit 35,9mm x 24mm
  • 24,93 Millionen Pixel
  • 5.95 µm große Pixel

Bisher habe ich die Kamera keiner Astromodifikation unterzogen, da ich ausprobieren möchte, wie weit ich ohne diese Modifikationen komme.